Beispiel einer Prozessanalyse

Anonymisiertes Beispielergebnis

Analyse der Geschäftsprozesse

Ambulante Pflege: Tourenplanung, Arbeit der Mitarbeitenden auf Tour, Zeiterfassung, Nachweise, Dokumente und Fuhrpark

BrancheGesundheitswesen / Ambulante PflegeUmfangPlanung im Büro, Arbeit der Außendienstmitarbeitenden, Bestätigung der Einsätze, Zeiterfassung, Vorbereitung der Auszahlungen, Dokumente und Fuhrpark.MethodeAufnahme der heutigen Arbeitskennzahlen, Karte des Einsatzwegs, Analyse der Übergaben zwischen Büro und Tour, Auswertung der Verantwortungsbereiche, stufenweise Empfehlungen.LeistungsumfangEntspricht dem Umfang der Leistung „Prozess-Einstieg vor Ort“ — ab drei Tagen vor Ort: Beobachtung des Zyklus, Gespräche, Prüfung von Werkzeugen und Unterlagen. Die „Prozessanalyse aus der Ferne“ liefert dieselbe Struktur in kürzerer Form: ohne Aufnahme der Vorgänge und Auswertung der Rollen, die Anwesenheit vor Ort voraussetzen.StatusDemonstrationsbeispiel auf Basis einer realisierten, anonymisierten Plattform. Name und Daten des Kunden werden nicht verwendet.

Erstellt von IT Carrot · Lösungsarchitektur und Entwicklung von Betriebssystemen
Stand des Beispiels: August 2026

1. Was die Analyse gezeigt hat

Die Arbeit stützt sich auf zusammenhängende Objekte: Mitarbeitende, Klientinnen und Klienten, Einsatz, Tour, Aufgabe, Arbeitszeit, unterschriebener Leistungsnachweis, Auszahlung und Fahrzeug. Die Besonderheit der Branche: Fast alles davon geschieht außerhalb des Büros und wird erst danach bestätigt.

Die Analyse zeigt: Das Büro rekonstruiert das Geschehen, nachdem die Arbeit erledigt ist. Das tatsächliche Bild entsteht von Hand aus Dienstplänen, Nachrichten, Zeitvermerken und Papierbelegen. Das Problem sind nicht fehlende Funktionen, sondern die Brüche zwischen Planung, Leistungsbestätigung und Abgleich.

Gesondert steht die Frage der Standortdaten. Sie wird nicht durch Technik gelöst, sondern durch eine Regel: Ein Vermerk wird bei Beginn und bei Abschluss der Aufgabe benötigt, dazwischen findet keine Beobachtung der Mitarbeitenden statt und soll auch keine stattfinden.

ErgebnisFormulierung
Zentrale EinschränkungDas tatsächliche Arbeitsbild wird von Hand aus Dienstplänen, Nachrichten, Zeitvermerken und Dokumenten zusammengesetzt — erst nach Durchführung der Einsätze.
Empfohlener erster SchrittEinen gemeinsamen Einsatzdatensatz anlegen, der Zuteilung, Zeitstempel, Checkliste, Unterschrift und Ausnahmen enthält — von der Planung bis zur Vorbereitung der Auszahlung.
Erwartete WirkungWeniger manueller Abgleich, klare Verantwortung und ein früheres Erkennen fehlender Nachweise. Die quantitative Wirkung wird nach der Einführung bewertet.

Geprüfte Bereiche

Büro

  • Touren
  • Zuteilungen
  • Einsatzkalender
  • Dokumente

Arbeit auf Tour

  • Mobile Aufgaben
  • Beginn und Abschluss
  • Checkliste
  • Unterschrift

Abrechnung und Kontrolle

  • Stunden
  • Ausnahmen
  • Auszahlungsdaten
  • Änderungshistorie

Fuhrpark

  • Zuordnung
  • Kilometerstand
  • Kraftstoff
  • Wartung

2. Aufnahme der heutigen Arbeit

Die Analyse beginnt mit der Aufnahme eines vollständigen Arbeitstages. Für jeden Vorgang werden ausführende Rolle, Häufigkeit, Datenträger und die Frage festgehalten, ob dieselben Daten erneut übertragen werden. Alles Weitere in diesem Dokument stützt sich auf diese Tabelle.

VorgangAusführende RolleHäufigkeitWo die Daten liegenMehrfacherfassung
EinsatzplanungDisposition im BüroTäglich und wöchentlichDienstplan in einer TabelleJa — der Plan wird in Nachrichten an die Mitarbeitenden dupliziert
Bekanntgabe der TourDispositionBei jeder ÄnderungMessenger, AnrufJa — Änderungen werden von Hand übermittelt und kommen nicht immer an
Beginn des EinsatzesAußendienstmitarbeitendeJe EinsatzGedächtnis, Vermerk im NachhineinJa — die Zeit wird beim Abgleich rekonstruiert
Abarbeiten der ChecklisteAußendienstmitarbeitendeJe EinsatzBlatt auf Papier oder GedächtnisJa — der Leistungsinhalt wird in den Nachweis übertragen
UnterschriftMitarbeitende und Klientin oder KlientJe EinsatzNachweis auf PapierJa — der Nachweis wird ins Büro gebracht und von Hand zugeordnet
Abschluss des EinsatzesAußendienstmitarbeitendeJe EinsatzVermerk im NachhineinJa — die tatsächliche Dauer wird später geschätzt
StundenabgleichBüroWöchentlich und zum PeriodenendeAbgleich von Plan, Nachrichten und NachweisenJa — das ist die eigentliche Handarbeit der Periode
Bearbeitung einer AusnahmeBüroSobald sie auffälltKorrespondenzJa — die Ausnahme fällt beim Abgleich auf, nicht am Ereignistag
Vorbereitung der AuszahlungenBüro und BuchhaltungMonatlichManuelle ZusammenstellungJa — die Stunden werden erneut interpretiert
FuhrparkerfassungFuhrparkverantwortlicheUnregelmäßigPapierbelege, Foto des TachostandsJa — Kilometer und Kosten werden von Hand erfasst
Was daraus folgtBei zehn von zehn Vorgängen werden Daten erneut übertragen. Die branchentypische Besonderheit zeigen die Zeilen drei und sechs: Beginn und Abschluss werden nach dem Einsatz aus dem Gedächtnis vermerkt. Das macht nicht nur die Stundenerfassung unzuverlässig, sondern alles, was daraus folgt — Auszahlungen, Einsatzkosten und Tourenplanung.

3. Zustand des operativen Systems

Die wesentlichen Verluste entstehen nicht innerhalb einzelner Handlungen, sondern zwischen Büro, Außendienstmitarbeitenden und dem nachgelagerten Abgleich.

47/100durchschnittliche ProzessreifeAbstimmungsrisiko hoch
10Stellen mit MehrfacherfassungKandidaten zur Abschaffung
6kritische DatenübergabenVerantwortlicher fehlt
2vorrangige PilotstreckenEinsatz + Ausnahmen

Prozessreife

Experteneinschätzung auf einer Skala von 0–100. Je höher, desto stabiler der Ablauf.

Einsatzplanung68
Leistungsbestätigung42
Bearbeitung von Ausnahmen31
Freigabe der Zeiten38
Nachvollziehbarkeit der Dokumente54
Fuhrparkverwaltung47

Struktur des operativen Risikos

Verteilung der erhobenen Beobachtungen nach Typ.

18Beobachtungen
39 % — verteilte Daten33 % — späte Ausnahmen28 % — unklare Verantwortung

Die Zahlen dieser Demonstrationsübersicht sind illustrativ. In der kostenpflichtigen Prozessanalyse werden die Einschätzungen aus Interviews, einer Stichprobe von Arbeitsbelegen, der Prozessbeobachtung und einer abgestimmten Skala von 0–100 ermittelt.

4. Heutiger Ablauf und Übergabepunkte

Die Karte beschreibt den typischen Informationsfluss, der in der ambulanten Pflege Handarbeit erzeugt. Es handelt sich um ein Prozessmodell, nicht um die Abbildung des Systems eines konkreten Kunden.

1

Planung

Das Büro verteilt Einsätze und Mitarbeitende im Dienstplan.

2

Zuteilung

Der Mitarbeitende erhält die Aufgabe und bestätigt sie.

3

Durchführung

Der Einsatz wird nach Checkliste auf Tour erbracht.

4

Bestätigung

Zeit, Leistungsinhalt und Unterschrift werden festgehalten.

5

Ausnahmen

Fehlende Nachweise fallen auf und werden bearbeitet.

6

Freigabe

Die Stunden der Periode werden abgenommen.

7

Auszahlung

Die Abrechnung entsteht aus abgenommenen Einsätzen.

8

Fuhrpark

Kilometer und Wartung gehen in die Fahrzeughistorie.

Risiken an den Übergabepunkten

ÜbergabeWas verloren gehen kannFolgePriorität
Plan → MitarbeitendeAktuelle Zuteilung, Details der Aufgabe oder eine ÄnderungFalsche Reihenfolge der Einsätze oder wiederholte RückfragenHoch
Mitarbeitende → BüroBeginn, Abschluss, Checkliste oder UnterschriftManuelle Nachfragen vor dem Abschluss des EinsatzesKritisch
Zeit → AuszahlungFreigegebene Stunden und Begründung der AusnahmeManuelle Nachberechnung und verzögerte KontrolleKritisch
Fuhrpark → BetriebFahrer, Kilometerstand oder WartungszustandUnvollständige Fahrzeughistorie und zusätzliche PrüfungenMittel
Nachricht → DatensatzEine Entscheidung oder Aufgabe bleibt im privaten ChatEs gibt kein gemeinsames EntscheidungsprotokollHoch
Nachweis → DokumentationDie Verbindung des unterschriebenen Nachweises mit dem EinsatzDer Leistungsnachweis existiert, hängt aber an keinem DatensatzHoch

Risiko-Heatmap

BereichWahrscheinlichkeitAuswirkungErkennungErgebnis
Unvollständige EinsatzbestätigungHochKritischSpätKritisch
Abweichung bei der ArbeitszeitHochHochSpätKritisch
Tourenänderung nicht zugestelltMittelHochIm TagesverlaufHoch
Dokument ohne aktuellen StatusMittelMittelBei der PrüfungMittel
Unvollständige FahrzeughistorieMittelMittelRegelmäßigMittel

5. Warum das passiert

Fehlende Stunden, nicht unterschriebene Nachweise und wiederholte Statusfragen haben gemeinsame strukturelle Ursachen.

A. Es gibt keinen gemeinsamen EinsatzdatensatzDienstplan, Aufgabendurchführung, Zeit, Unterschrift und Auszahlungsdaten bestehen als getrennte Fakten. Keiner davon ist der Einsatz als Ganzes.
B. Die Verantwortung wechselt bei jeder ÜbergabeDas Büro verantwortet den Plan, der Mitarbeitende die Bestätigung, und eine dritte Person setzt das Ergebnis neu zusammen. An der Nahtstelle wird Verantwortung nicht übergeben, sondern sie verschwindet.
C. Ausnahmen fallen spät aufEine fehlende Unterschrift oder ein nicht abgeschlossener Einsatz zeigt sich beim Abgleich statt beim Abschluss der Aufgabe. Bis dahin lassen sich die Umstände nur noch aus dem Gedächtnis rekonstruieren.
D. Die Kommunikation hängt nicht an der ArbeitEine Rückfrage kann im privaten Chat verbleiben und den Einsatzdatensatz nie erreichen, zu dem sie gehört. Einen Monat später ist sie nicht auffindbar und mitunter auch nicht belegbar.
EntscheidungsprinzipZuerst die Erfassung der Nachweise automatisieren, danach die Optimierung. Verlässliche Zeitstempel, Aufgabenstatus, Unterschrift und Ausnahmebearbeitung schaffen die Grundlage, um Touren, Auslastung und Kosten zu verbessern. In umgekehrter Reihenfolge werden unzuverlässige Daten optimiert.

6. Wer was tut — und was davon reines Übertragen ist

Die eigentliche Arbeit geschieht außerhalb des Büros, deshalb ist das Büro mit ihrer Rekonstruktion beschäftigt. Nachfolgend, wo Arbeit doppelt geleistet wird und wo eine Rolle nicht entscheidet, sondern Daten aus fremden Nachrichten und Belegen zusammenträgt.

RolleTätigkeit heuteDavon reines ÜbertragenBeobachtung der Analyse
Disposition im BüroTourenplanung, Zuteilungen, Änderungen bekanntgebenManuelles Duplizieren des Plans in Nachrichten und Anrufe bei ÄnderungenDer Plan wird in die App zugestellt; bei der Rolle bleibt die Entscheidung zu Tour und Vertretung
AußendienstmitarbeitendeEinsätze, Pflege, Checkliste, Nachweise, RückmeldungRekonstruktion von Zeit und Leistungsinhalt im NachhineinDie Bestätigung entsteht vor Ort; bei der Rolle bleibt die Arbeit am Menschen
Verantwortliche für den AbgleichAbgleich von Dienstplänen, Nachrichten, Nachweisen und StundenPraktisch die gesamte Funktion ist Übertragen und Abgleichen von DatenDer Abgleich entsteht aus bestätigten Einsätzen; bei der Rolle bleibt die Klärung der Ausnahmen
BuchhaltungBerechnung der Auszahlungen, DokumenteErneute Interpretation der Stunden aus einer manuellen ZusammenstellungDie Abrechnung stammt aus abgenommenen Einsatzdatensätzen
FuhrparkverantwortlicheReparaturen, Wartung, Kilometer, KraftstoffManuelle Eingabe aus Papierbelegen und FotosDie Fahrzeughistorie wächst im Moment des Ereignisses
LeitungQualitätskontrolle, Klärung von Beschwerden, KundenbeziehungenRekonstruktion des Hergangs aus der KorrespondenzDie Einsatzhistorie ist ohne Rekonstruktion verfügbar
Die organisatorische Konsequenz bleibt beim UnternehmenDie Analyse zeigt, welcher Teil der Arbeit Datenübertragung ist und welcher Entscheidung. Was mit der frei werdenden Zeit geschieht — Aufgaben neu verteilen, Mitarbeiter weiterqualifizieren oder die Struktur ändern — entscheidet die Geschäftsführung. In der ambulanten Pflege gilt eine branchenspezifische Einschränkung: Beim Außendienst entsteht kaum Entlastung, sie fällt im Büro und beim Abgleich an.
Beobachtung und Nachweis sind zweierleiDer Vermerk zu Beginn und Abschluss einer Aufgabe dient dazu, die erbrachte Leistung zu belegen, nicht dazu, Mitarbeitende zu überwachen. Praktische Regel: Der Standort wird an zwei Punkten gespeichert — bei Beginn und bei Abschluss des Einsatzes —, dazwischen wird nichts aufgezeichnet. Dieser Unterschied entscheidet, ob das Personal das System annimmt; der Versuch durchgehender Beobachtung liefert Widerstand und Umgehungswege statt Daten.

7. Zustände, Grenzen und Regeln

Jeder Einsatz durchläuft ausdrückliche Zustände. Für jeden sind verantwortliche Rolle, Pflichtdaten und Übergangsbedingung definiert.

ZustandVerantwortlichPflichtangabenÜbergangsbedingung
GeplantBüroKlientin oder Klient, Aufgabe, Zeitfenster, MitarbeitendeZuteilung veröffentlicht
AngenommenMitarbeitendeAufgabe in der mobilen Anwendung bestätigtBeginn der Tour oder des Einsatzes
In DurchführungMitarbeitendeStartzeit und zulässige StandortdatenCheckliste ausgefüllt
AbgeschlossenMitarbeitende und Klientin oder KlientEndzeit, Notizen, Unterschrift, Begründung der AusnahmeNachweise haben die Prüfung bestanden
FreigegebenBüroAusnahmen geprüft, Arbeitszeit abgenommenDer Datensatz geht in die Auszahlungsdaten ein

Grenzen der Automatisierung

Das System soll feststellen

  • Ob die Pflichtnachweise zum Einsatz vorliegen
  • Ob ein Datensatz unvollständig ist und was genau fehlt
  • Wer den nächsten Schritt ausführt
  • Welche Daten sich wann geändert haben
  • Ob ein Fahrzeug nach Kilometern oder Frist zur Wartung ansteht

Das System soll nicht entscheiden

  • Pflegefachliche Fragen und den erforderlichen Leistungsumfang
  • Ob ein strittiger Einsatz vergütet wird
  • Ob arbeitsrechtliche Maßnahmen ergriffen werden
  • Ob Touren ohne befugte Disposition geändert werden
  • Ob Mitarbeitende zwischen Einsätzen beobachtet werden

Regeln, Fristen und Eskalationsadressat

Eine Regel ohne Frist und Adressat wirkt nicht. Nachfolgend das Minimum, das fehlende Nachweise noch am selben Tag in Bearbeitung bringt.

RegelFristEskalation an
Ein Einsatz gilt ohne Checkliste und Unterschrift nicht als abgeschlossenIm Moment des AbschlussesSperrende Regel, keine Eskalation erforderlich
Aufgabe von den Mitarbeitenden nicht angenommen30 Minuten vor Beginn des ZeitfenstersDisposition im Büro
Einsatz nicht im vereinbarten Fenster begonnen15 Minuten nach FensterbeginnDisposition, danach Leitung
Einsatz ohne Unterschrift abgeschlossenAm selben TagDisposition, danach Leitung
Ausnahme zum Einsatz nicht bearbeitet1 ArbeitstagVerantwortliche für den Abgleich, danach Leitung
Stunden der Periode bis zum Stichtag nicht freigegebenStichtag der AbrechnungLeitung, danach Buchhaltung
Tachostand nicht erfasstNach SchichtendeFuhrparkverantwortliche
Fälligkeit der vorgeschriebenen Wartung erreicht14 Tage vor FälligkeitFuhrparkverantwortliche, danach Leitung

8. Was zu tun ist und in welcher Reihenfolge

Die Reihenfolge ist auf Transparenz und Akzeptanz durch die Mitarbeitenden ausgerichtet. Jede Stufe muss für sich Nutzen bringen.

Nr.EmpfehlungWarum jetztAbnahmekriterium
1Einsatzdatensatz und mobiler AbschlussVerbindet Plan, Aufgabe, Zeit, Checkliste und UnterschriftDer Einsatz ist von der Zuteilung bis zur freigegebenen Bestätigung nachvollziehbar
2AusnahmewarteschlangeBringt fehlende Unterschriften und offene Einsätze am selben Tag in BearbeitungJeder unvollständige Datensatz hat einen Verantwortlichen und eine Begründung
3Freigabe der ArbeitszeitBeseitigt die manuelle Rekonstruktion vor den AuszahlungenFreigegebene Stunden entstehen aus abgenommenen Einsatzdatensätzen
4Verträge und DokumenteStandardisiert Erstellung, Ablage und Online-UnterschriftStatus und unterschriebene Fassung sind im Mitarbeiterdatensatz sichtbar
5FuhrparkerfassungVerbindet Fahrzeugzuordnung, Kilometer, Kraftstoff und WartungJedes Fahrzeug hat einen aktuellen Fahrer und eine Ereignishistorie
SpäterTachostand-Erkennung und TourenoptimierungErst sinnvoll, wenn die Kerndaten stabil sindErkennungsfehler und Genauigkeit werden vor der Skalierung gemessen
Nicht mit einer vollständigen Neuentwicklung beginnenZuerst den Bestätigungsweg des Einsatzes und die Ausnahmewarteschlange einführen. Das System erweitern, sobald die Mitarbeitenden den täglichen Ablauf stabil ausführen. In der mobilen Arbeit ist die Akzeptanz durch das Personal eine technische Voraussetzung und keine Frage der Kommunikation: Wer nicht überzeugt ist, bricht das System nicht — er nutzt es einfach nicht.

Umsetzungsplan

Die Zeiträume sind Richtwerte für dieses Demonstrationsbeispiel. Eine belastbare Schätzung entsteht nach Zugang zu Werkzeugen, Belegbeispielen, Rollen und Integrationsgrenzen.

StufeZeitraumErgebnisKontrollpunkt
Untersuchung und Datenkarte1–2 WochenAbgestimmter Ablauf, Rollen, Felder, Ausnahmen und MigrationsgrenzenDie Verantwortlichen bestätigen den Ziel-Einsatzdatensatz
Pilot der Kernvorgänge4–6 WochenPlanung, Zuteilungen, mobile Durchführung und Prüfung der NachweiseDas Pilotteam leistet die reale tägliche Arbeit
Zeitfreigabe und Dokumente3–5 WochenAusnahmen, freigegebene Stunden, Auszahlungsdaten und DokumenteDas Büro schließt die Periode ohne parallele Handarbeit
Fuhrpark und Kommunikation2–4 WochenFahrzeughistorie, Zuordnungen, Arbeitschat und BenachrichtigungenRegeln zu Verantwortung und Aufbewahrung sind beschlossen
OptimierungNach gemessenem BedarfTachostand-Erkennung, erweiterte Auswertung oder TourenunterstützungAusgangs- und Zielkennzahlen sind festgelegt

9. Kennzahlen, Auswertungshorizont und nächster Schritt

Dieses Beispiel behauptet keine numerische Wirkung. In einer realen Analyse wird zuerst der Ausgangswert festgehalten, danach werden die Kennzahlen nach einem abgestimmten Nutzungszeitraum verglichen.

KennzahlBerechnungErhebung des AusgangswertsRichtung
Unvollständige EinsatzdatensätzeAbgeschlossene Einsätze ohne Pflichtnachweise / alle Einsätze × 100Prüfung einer Stichprobe von zwei Wochen bei der ersten KontrolleSinkend
Aufwand für den AbgleichBürozeit für die Korrektur von Stunden, Unterschriften und Aufgaben je PeriodeMessung an den letzten zwei PeriodenabschlüssenSinkend
Alter einer AusnahmeZeit vom Auftreten des Problems bis zu seiner LösungManuelle Messung an einer Stichprobe unvollständiger DatensätzeSinkend
Mobiler AbschlussÜber den vorgesehenen Ablauf abgeschlossene Einsätze / zugeteilte Einsätze × 100Auszählung anhand des Protokolls über zwei WochenSteigend
Korrekturen an AuszahlungenAnzahl der Korrekturen nach der Freigabe der ArbeitszeitZusammenstellungen der letzten drei PeriodenSinkend
Vollständigkeit der FahrzeughistorieFahrzeuge mit aktuellem Kilometerstand und Wartungsfrist / alle Fahrzeuge × 100Momentaufnahme des Fuhrparks zum StichtagSteigend

Horizont: vom Einsatz bis zum Jahresabschluss

Die Analyse endet nicht beim bestätigten Einsatz. Operative Daten müssen ohne erneute Erfassung bis in die Management- und Jahresauswertung gelangen — sonst bleiben Einsatzkosten und Tourenrentabilität eine Schätzung.

EbeneWas ohne manuelle Zusammenstellung ankommen muss
TagGeleistete Einsätze, unvollständige Nachweise, offene Ausnahmen
WocheTourenerfüllung, Stunden je Mitarbeitendem, Kilometer und Kraftstoff
MonatFreigegebene Stunden, Auszahlungsdaten, Dokumente und ihre Status
QuartalEinsatzkosten, Auslastung des Personals, Fuhrparkkosten
JahrManagementauswertung des Dienstes auf einem Datenmodell
Sind die Kosten je Einsatz nur näherungsweise bekannt, liegt die Ursache meist nicht in der Abrechnung, sondern darin, dass Zeit und Fahrtkosten im Moment des Ereignisses keinem konkreten Einsatz zugeordnet werden.

Fragen, die vor der Entwicklung zu klären sind

  1. Wer darf einen Einsatz anlegen, neu zuteilen, abschließen, korrigieren und freigeben?
  2. Welche Zeitstempel und Standortdaten sind zulässig, erforderlich, und wie lange werden sie gespeichert?
  3. Welche Nachweise sind vor der Freigabe eines Einsatzes zwingend?
  4. Ist eine Beteiligung der Arbeitnehmervertretung erforderlich und in welcher Form?
  5. Welche Abrechnungs-, Buchhaltungs- oder Pflegesysteme haben eine dokumentierte Schnittstelle?
  6. Welche Funktionen müssen bei den Außendienstmitarbeitenden offline funktionieren?
Empfohlene nächste EntscheidungEine gezielte Untersuchung des Bestätigungswegs eines Einsatzes durchführen. Grundlage: eine Woche anonymisierter Dienstpläne, Aufgabenbeschreibungen, Zeitkorrekturen und Beispieldokumente. Ergebnis: Datenmodell, Rollenmatrix, Ausnahmeliste und Pilotumfang.

Dieses Dokument zeigt Struktur und Detailtiefe des Ergebnisses der Leistung „Prozessanalyse“. Es beruht auf der Mechanik einer realisierten, anonymisierten Plattform für die ambulante Pflege, ist keine rechtliche, pflegefachliche, arbeitsrechtliche oder datenschutzrechtliche Beratung und enthält keine vertraulichen Kundendaten. Die Reifegrade sind illustrativ. Der zulässige Umfang der Erhebung von Standortdaten und die Aufbewahrungsfristen unterscheiden sich je nach Rechtsordnung und sind vor Entwicklungsbeginn gesondert zu prüfen.